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Uris Tagebuch |
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28.12.2003 –
Chanukka in der Familie und bei „anderen“ So sah es am vergangenen Abend bei uns nach dem Anzünden der achten Chanukkakerze aus. Alle waren sie da, alle acht Enkel und Enkelinnen (für die politisch Korrekten). Es war ein wenig laut, doch das Dach unseres Hauses flog nicht davon und wir hatten eine gute Zeit. In den Vorbereitungen schälte ich etwa fünf Kilo Kartoffeln. Tochter Michal, von Freund Alex unterstützt, raffelten und brieten diese zu Latkes (für Neuhebräer: Lewiwot). Sie wurden später von Salit beim Braten abgelöst, denn die Menge dieser Chanukkaspezialität überstieg die Kräfte einer einzigen Person vor der Bratpfanne bei weitem. Jetzt ruhen wir uns aus. Vorhin rief meine Tochter Dvorit an – sie befindet sich zur Zeit in der Taubstummenschule von Abu Sna’an, in der christliche, muslimische, drusische und Kinder anderer Minderheiten lernen. Da in diesen Tagen religiöse Feste verschiedener Religionen stattfinden oder vor kurzem gerade stattgefunden haben, findet in der Schule heute ein Tag zur Feier und zum Verständnis von Chanukka, Weihnachten, Id-el-Fitr und was es sonst noch gibt, statt. Die genauen Einzelheiten weiss ich nicht, doch Dvorit verbrachte den heutigen Vormittag am jüdischen Stand mit dem Braten der weiter oben erwähnten Latkes für arabische Kinder. Sie war so aufgeregt darüber, dass sie mich anrief und darüber berichtete. Es gäbe einen schönen Titel im Tachles: „Schweizerin brät jüdische Latkes für arabische Kinder“. Soweit ist es friedlich an einem Fest, das genau genommen eine höchst unfriedliche Periode in der Geschichte unseres Volkes feiert. |
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Paul Uri Russak, 66,
gebürtiger Schweizer, schreibt sein vor allem an jüdische und christliche
Freunde gerichtetes Tagebuch seit September 2000. Er wohnt im Weindorf
Zichron Ya'akov am südlichen Ende des Carmelberges, nahe am Meer. Uri ist
gelernter Verlagsbuchhändler, heute pensioniert. |