Die Jerusalem Post ist überhaupt nicht meine Leibzeitung, sie ist mir zu
nationalistisch und anpasserisch.. Doch auch eine blinde Sau findet
gelegentlich eine Eichel und das in diesem Artikel besprochene Thema
„Pädagogik des Hasses“ ist von grundlegender Wichtigkeit und sein Erfolg
tagtäglich von Neuem bewiesen, dass es als Aide Mémoire gelesen werden
sollte. Mir geht es darum wieder einmal zu betonen, dass es im
palästinensisch-israelischen Konflikt nicht um Grenzzäune und
Friedenspläne geht, sondern schlicht um den Anspruch Israels zu existieren.
Das ist nicht neu, war schon vor allen Intifadas und Kriegen so und hat
weit vor der Gründung des Staates in 1948 die Juden in dieser Ecke der
Welt bedroht. Deshalb ist es von Wert, diesen Artikel zu lesen.
Pedagogy of hate
Itamar Marcus and Barbara Crook
Jan. 4, 2004
If you want to know what's really at the heart of the Palestinian conflict
with Israel, don't ask politicians or diplomats. Go to Palestinian
children. Unlike the rest of the world, they've been paying close
attention to what their leaders and educators have been teaching. And they
are ready to practice what they've been taught. For instance, children
interviewed on PA TV last week state without reservation that Israel has
no right to exist, and that the goal for which they're willing to
sacrifice their lives is Israel's destruction. "They [the Jews] came to
take Palestine, that is, Tel Aviv, Jaffa, Haifa, Acre, Ramle. All these
cities belong to Palestine," one youth explains in a December 25
broadcast, echoing years of standard Palestinian Authority indoctrination.
And because he is convinced that Israel has no right to exist: "We hope,
hope, hope and I emphasize these things, that the Arab countries and the
foreign countries – all the countries of the world – will support the
Palestinians and will expel the
Israelis.
"We must expel all Israelis from Palestine. Because Israel – there is
nothing called 'Israel' in the world. The Israelis [came] from Holland,
America, Iran." The children are seen promising they will keep fighting,
generation after generation, until they liberate Palestine. Furthermore,
they say they don't fear death in the struggle because it is shahada –
death for Allah. "Even if all the Palestinian children, Palestinian youth,
Palestinian women, and Palestinian men die, we will not surrender!"
None of this is surprising to anyone who has been paying attention to what
does on in the PA educational system. Israel is erased from PA maps,
schoolbooks and historians deny Israel's right to exist, and educators at
all levels teach that Israel is a foreign colonial implant. Despite PA
claims to the contrary, its textbooks continue to delegitimize Israel and
dismiss it as a foreign occupier: "Palestine faced the British occupation
after the First World War in 1917, and the Israeli occupation in 1948."
Children are taught that all of Israel is part of Palestine. For example,
"Among the famous rocks of southern Palestine are the rocks of Beersheba
and the Negev..." About Palestine's water sources, children are taught:
"The most important is the Sea of Galilee."
SUCH MESSAGES of delegitimization have been affirmed by Prime Minister
Ahmed Qurei. He is on record as rejecting the idea of Israel as a Jewish
state. "President Bush said that Israel is a Jewish state, which is a
cause for our concern. This should not have been said," he told Al-Nahar
and Al-Hayat Al-Jadida on June 15, 2003. PA-affiliated historians appear
on educational TV to reinforce this message. On December 28 Dr. Isam
Sisalem reiterated what he has said on numerous broadcasts. Jews "have no
history or connection to this land" and are nothing but a "cancer" planted
by Britain to control the Middle East.
In the same educational broadcast last week, another historian resurrected
The Protocols of the Elders of Zion, the infamous anti-Semitic forgery,
citing it as one of the foundations of the First Zionist Congress in 1897.
"The Zionist movement began at the Basel Congress to plan the exploitation
of the powers' struggle, and the struggle of Europe over the Middle East,"
said Dr. Riad Al-Astal, a history lecturer at Al-Azhar University in Gaza.
Consequently, when we view children on PA TV who say they want to destroy
Israel, to liberate Tel Aviv, Jaffa, Haifa, Acre, and Ramle, and to expel
the Jews, we are seeing children who are accurately regurgitating the
sentiments inculcated and reinforced throughout PA society. Indeed, years
of anti-Israel indoctrination have been alarmingly effective in teaching
Palestinian youth that the Jews have no link to Israel, that Israel has no
right to exist and that the overriding goal of the next generation – even
at the cost of their lives – should be to eliminate Israel.
The essence of the conflict is Israel's very right to exist – not the
question of borders or refugees. Peace negotiations that do not address
the PA's system of indoctrination will be short-term paper agreements
doomed to failure. Palestinian children have already figured this out.
Perhaps the rest of us need to stay after school.
Marcus is founder and director of Palestinian Media
Watch. Crook is PMW's North American representative.
Die palästinensische Hass- und Gewaltkampagne (von ganz speziellen
jüdischen Kreisen in der Schweiz „verstanden“ und mit dem Verkauf
palästinensischen Olivenöls belohnt) gegenüber Israel und allen Juden,
berechtigen den jüdischen Staat nicht zu punktuellen Exzessen in
Unterdrückungsmassnahmen gegenüber der palästinensischen Bevölkerung,
welche die Besetzung der Westbank begleiten. Die Grenzen zwischen
Terrorabwehr und Schikane sind fliessend, doch die Letzteren eines
jüdischen Staates nicht würdig. Auch wenn die israelische Besetzung den
Lebensstandard der Westbank nach 1967 enorm gesteigert hatte (unter der
jordanischen Besatzung gab es kein modern funktionierendes
Gesundheitswesen, keine einzige Hochschule, eine Kindersterblichkeit auf
Drittweltniveau und eine minimale Volkswirtschaft – ein Zustand, der durch
die neue Besatzungsmacht erheblich verbessert wurde, dann aber seit dem
Eintreffen Arafats und seiner Tunisbande in 1993 erst durch Korruption und
später auch durch von oben geförderte vermehrte palästinensische
Gewalttätigkeit in Frage gestellt worden ist.
Den heutigen Zustand der extremen gegenseitigen Gewalt vergleiche ich
manchmal mit dem Zweiten Weltkrieg. Dem Endziel, der Vernichtung Hitlers
und des deutschen Nazismus, wurde alles untergeordnet. Die Bombardierung
deutscher Städte und der Teile der deutschen Zivilbevölkerung
vergewaltigende Vormarsch der Roten Armee wurde gegenüber den Verbrechen
und der Bedrohung des Nationalsozialismus unwesentlich. Vergleichbar ist
der heutige Zustand gegenüber dem Terror palästinensischer und
jihadistischer Gewalt- und Vernichtungsideologien, der auch schon zu
unschönen und nicht immer notwendigen israelischen Gegenmassnahmen führt,
die oft unnütz sind, überborden, zum Teil und unglücklicherweise durch die
Dauer des Konfliktes ideologisch verbrämt werden – aber das Überleben des
jüdischen Volkes und seines kleinen Staates (ungefähr in den Grenzen 1967,
denke ich) hat Vorrang. Alles andere wäre das Ende Israels. Ein humaneres
Verhalten der israelischen Besatzungsmacht und eine ebenso humanere
Linienführung des Sicherheitszaunes wäre zu begrüssen. Ob dies allerdings
den palästinensischen Massenterror geben Israel und Juden beeinflussen
würde, bezweifle ich.
Yossi Beilin ist zum Vorsitzenden der neuen Partei „Yahad“ gewählt worden.
Darin sind die bisherige Meretz Partei und ehemalige Prominente der
Arbeitspartei zu finden. Das sind die heutigen „extremen“ Linken, die ich
immer wählte und es wohl auch weiterhin tun werde. Doch täuschen sollte
man sich nicht – eine richtige linke Partei, mit einem fortschrittlichen
Sozialprogramm und dem Willen zu einer Verständigung mit unseren Nachbarn
gibt es in Israel noch immer nicht. Nicht zuletzt deshalb, weil es
vielleicht einen Partner zum schön reden, aber nicht zum Tun gibt. Deshalb:
auch Yahad ist letztlich eine bürgerliche und vor allem aschkenasische
Partei. Sollte ich in der Zukunft eines Besseren belehrt werden, würde
mich das sehr freuen.
Im heutigen Haaretz Magazine steht ein mehrseitiges Interview mit A.B.
Yehoshua, meinem israelischen Lieblingsautor. Er spricht über die Herkunft
seiner Familie, die schon seit 1830 in Jerusalem lebte, über seine
Abneigung gegenüber seiner Geburtsstadt Jerusalem, die, so empfindet er,
eine fast unzionistische, unisraelische geistige Bedrohung darstelle., da
diese Stadt ihre Spiritualität verloren habe. Allerdings ist ihm klar, das
es ohne Lösung der Jerusalemproblematik mit den Palästinensern keine
grundsätzliche Lösung für den gesamten Konflikt geben werde. Er gibt seine
Meinung über die multikulturellen Bestrebungen vieler orientalischer Juden
ab, die nach der Staatsgründung in 1948 eintrafen und dies unangebracht
mit falsch empfundenen Diskriminierungen begründen und sich dem modernen
Israel verweigern. Interessanterweise sagt er über die selbe Eigenschaft
ultraorthodoxer Kreise nichts aus.
Er spricht über die irrationalen Verhaltenselemente der palästinensischen
Gesellschaft, die nicht mehr ignoriert werden können und die heute keinen
Friedenspartner für Israel zulassen, auch wenn Yossi Beilin das Gegenteil
behaupte. A.B. Yehoshua, der grundsätzlich das Genfer Abkommen
unterstützte und auch bei dessen feierlichen Unterzeichnung in Genf dabei
war, findet den Plan bestenfalls in der fernen Zukunft umsetzbar. Er
spricht sich für die einseitig initiierte Trennung Israels von den
Palästinensern aus (ganz Gaza und 80% der Westbank) und findet den
Sicherheitszaun grundsätzlich notwendig, wenn auch falsch in seiner
Linienführung. Nach Abzug Israels aus den besetzten Gebieten, sei es in
einer ganz anderen Position, nicht mehr Besatzer sondern eine Nation oder
Staat, die sich gegen eine andere Nation oder Staat behaupten muss und
Kriegshandlungen jeder Art mit totaler Macht beantworten kann. Dann, wenn
es, sagt A.B. Yehoshua, Schiessereien in Aschkelon gäbe, gäbe es umgehend
keinen elektrischen Strom in Gaza, ein, so denke ich, zartes Beispiel der
Anwendung dieser totalen Macht.
Ich habe A.B. Yehoshua als Autor erlebt und auch als Diskussionspartner in
verschiedenen Friedenszelten kurz nach Ausbruch der zweiten Intifada. Er
weiss was er will, nämlich Frieden, ist aber kein „Gutmensch“, der mit
wonnigem Mitgefühl und in Suche bedingungslosen Wohlgefallens durch die
Umwelt, geistigen Selbstmord betreibt. Im Gegensatz zu jüdischen
Gutmenschen der Schweiz, über die ich mich schon wiederholt ausgelassen
habe, übernimmt er voll die Verantwortung als Bürger eines demokratischen
Staates, dessen Probleme er versteht und mit dessen Gefahren er mit allen
anderen Bürgern teilt, statt vor Mitleid zur vor allem selbstverursachten
Not des palästinensischen Volkes zu verfliessen und zu deklarieren, was
„die“ Israelis (oder dessen Regierung) tue, geschehe nicht in seinem Namen
– wie in einem Leserbrief im Tachles der vergangenen Woche gelesen, über
den ich fast geweint habe.
Ich bin leider zur Überzeugung gekommen, dass wir israelischen Juden in
Leuten, die Uri Avneri als Non-Plus-Ultra israelischer
Friedensbestrebungen sehen, nur weil er so schöne Artikel in deutscher
Sprache verfassen kann (Uris Hebräisch ist zwar perfekt, wenn auch mit
jekkischem Akzent gesprochen, wie meines auch) in Schweizer Juden, die
denken, dass jeder rechts von Avneri eine Art Nazi sei – keine jüdischen
Partner haben. Uri Avneri ist in Israel kaum mehr bekannt, was zwar vom
historischen Standpunkt aus schade ist, er war einmal eine journalistische
und auch politische Grösse, doch seine Zeit ist einfach vorbei. Diese
Feststellung beruht auf einer bescheidenen aber erhellenden Korrespondenz
mit einem bekannten Vertreter des Schweizer Judentums, der sich sehr ernst
nimmt.
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