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Uris Tagebuch
 

5.11.2003 – Massenmord und Heldentum – wie wird man Schahid
 

Dass Selbstmordattentäter Einzelfälle verbitterter, im Elend lebender Jungendlicher sind, die sich an den bösen Juden und anderen unreinen Nichtmuslims rächten wollen, es aus persönlicher Verbitterung, aus dem Elend ihres eigenen Lebens und dem ihrer Familie tun, ist ein akzeptierter Mythos unter verblendeten Zuschauern, vor allem aus der westlichen Welt. Doch palästinensischer Selbstmordterror ist die Wachstumsindustrie Palästinas und auch in anderen Teilen der islamischen Welt, die mit Hass, Lügen, psychischer Gewalt, Öffentlichkeitsarbeit, eingepackt in starken sozialem Druck und pädagogischer Facharbeit zur einzigen auch finanziellen Erfolgsbranche der palästinensischen Gesellschaft geworden ist.
Es geht um Geld, denn für Terror ist davon viel vorhanden. Die Terrororganisationen erhalten Geld aus Saudiarabien, Iran, bis vor kurzem aus dem Irak, aus Ägypten, Syrien und, wie ich las, auch von der EU, die sich nicht überzeugen lässt, dass grosse Teile ihrer Gelder an die PA nicht für den vorgesehenen Hausbau, Infrastrukturen, Lebensmittel und Erziehung ausgegeben wird, sondern zur Aufrüstung ihrer Terroreinheiten und für Entschädigungszahlungen and die Familien der Selbstmordattentäter, die ihre Aufgabe in Donner und Flammen erfüllten und zu Schahiden verwendet wurden. Es gibt auch unfreiwillige, posthum ernannte Schahide, nämlich arabische Bürger Israels, die bei Mordanschlägen unbeabsichtigt und bestimmt gegen ihren Willen mit ums Leben kamen. Schahid zu sein ist in der heutigen palästinensischen Gesellschaft des Todes, der höchste Grad menschlicher Vollkommenheit. Sie bereichert die Seele des „Helden“ und führt ihn ins Paradies (lassen wir einmal die 70 Jungfrauen, die es dort zu befriedigen gibt, zur Seite), sie bereichert das Bankkonto der trauernden Familie und sie bereichert vor allem die Bankkonti der PLO-Führer, angefangen bei Arafat, die von den so wohlhabend gewordenen Familien eine Steuer von durchschnittlich 25% einziehen, eine Tatsache, die zum wiederholt bewiesenen Grundwissen des hier behandelten Themas gehört.
Genau so, wie die zweite Tatsache, dass offizielle palästinensische Schulen, angefangen in der ersten Schulklasse, patriotischen Suizid und Judenhass lehrt. Das sich weiter unten befindende Link zeigt einen aus dem palästinensischen Fernsehen stammenden Werbefilm, wie diese Hirnwäsche durchgeführt wird und welche Auswirkungen diese auf die Persönlichkeit des Kindes haben. Nur ein Detail: auf die Frage des Lehrer an zwei elfjährige Mädchen, ob, falls zwischen Israel und Palästina Frieden ausbrechen und wirkliche Friedensverhältnisse einkehren würden, sie dann Kinder und Schülerinnen oder noch immer Schahidim bleiben wollten, war die Antwort eindeutig: wir wollen Schahidim bleiben.
Der sechsminütige Film „Ask for Death“  ist erschütternd, er zeigt wie eine ganze Generation des palästinensischen Volkes zum Selbstmord, zum Kult des Todes erzogen wird. Der Film zeigt nicht Not, er zeigt hübsche, gutgenährte zur Schule gehende Kinder aus dem palästinensischen Mittelstand, deren Seele vergewaltigt wird. Auch wenn ein Prozent dieser armen Kinder diese Indoktrination realisieren zerstören sie jüdisches Leben, sie zerstören aber auch ihre eigene Gesellschaft, die es nichts anderes fertig bringt als Terror in allen seinen Facetten, gegen andere und gegen sich selbst zu verbreiten - ihren einzigen kulturellen Beitrag zu den universellen Werten der Menschheit in unserer Zeit.


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Paul Uri Russak, 66, gebürtiger Schweizer, schreibt sein vor allem an jüdische und christliche Freunde gerichtetes Tagebuch seit September 2000. Er wohnt im Weindorf Zichron Ya'akov am südlichen Ende des Carmelberges, nahe am Meer. Uri ist gelernter Verlagsbuchhändler, heute pensioniert.
Wie vielen Israelis aus dem politisch linken Spektrum hat sich seine Einstellung durch die Realität der Ereignisse der letzten drei Jahre etwas nach rechts verschoben, auch wenn sie sich noch immer links der Mitte befindet. Uri betätigt sich heute als Publizist in deutscher und englischer Sprache und setzt sich aktiv für die Verbesserung des zwischenmenschlichen und politischen Verhältnisses zwischen jüdischen und arabischen Bürgern Israels ein.